Was ist der Unterschied zwischen Hybrid-OR, Integriertem OR und Digitalem OR?

Was ist ein Hybrid-Operationssaal?

Die Anforderungen an Hybrid-OPs basieren in der Regel auf der Integration von Bildgebungsverfahren wie CT, MRT, C-Bogen oder anderen Verfahren in den OP-Saal. Durch die Integration der Bildgebung in oder in unmittelbare Nähe des OP-Bereichs muss der Patient während der Operation nicht bewegt werden, was Risiken und Unannehmlichkeiten reduziert. Je nach OP-Saal-Architektur, Ressourcen und Bedarf können stationäre oder mobile Hybrid-OPs eingerichtet werden. Stationäre Ein-Saal-OPs bieten maximale Integration mit einem High-End-MRT-Scanner, sodass der Patient während der Untersuchung in Narkose im OP-Saal bleiben kann. Bei Zwei- oder Drei-Saal-Konfigurationen muss der Patient für die Untersuchung in einen angrenzenden Raum transportiert werden, was das Risiko von Ungenauigkeiten durch mögliche Bewegungen des Referenzsystems erhöht. In OPs mit mobilen Systemen bleibt der Patient im OP-Saal, und das Bildgebungssystem wird zu ihm gebracht. Mobile Konfigurationen bieten verschiedene Vorteile, wie die flexible Nutzung der Bildgebung in mehreren OP-Sälen sowie in der Regel geringere Kosten, erreichen aber möglicherweise nicht die hohe Bildqualität eines stationären Bildgebungssystems.

Eine weitere Sichtweise auf Hybrid-OPs ist, dass es sich um Mehrzweckräume handelt, die für verschiedene chirurgische Disziplinen ausgestattet sind. Angesichts immer komplexerer Eingriffe ist die intraoperative Bildgebung zweifellos die Zukunft der Chirurgie. Hybrid-OPs konzentrieren sich in der Regel auf minimalinvasive und Gefäßchirurgie. Sie werden häufig von verschiedenen chirurgischen Abteilungen, wie beispielsweise der Gefäß- und der Wirbelsäulenchirurgie, gemeinsam genutzt.

Zu den Vorteilen eines Hybrid-OPs gehört, dass Scans des betroffenen Körperteils direkt im OP-Saal zur Verfügung stehen und sofort ausgewertet werden können. So kann der Chirurg beispielsweise in einem Hochrisikobereich wie dem Gehirn mit den aktuellsten Daten weiterarbeiten.

Was ist ein integrierter Operationssaal?

Integrierte Operationssäle wurden Ende der 90er-Jahre eingeführt, als Video-Routing-Systeme verfügbar wurden, die Videosignale von einer Kamera an mehrere Ausgänge oder Geräte verteilen konnten. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich weiter und ermöglichten die funktionale Vernetzung der gesamten OP-Umgebung. Patienteninformationen, Audio, Video, OP- und Raumbeleuchtung, Gebäudeautomation und Spezialgeräte, einschließlich Bildgebungsgeräte, konnten miteinander kommunizieren.

In manchen Konfigurationen können all diese verschiedenen Aspekte, sobald sie miteinander verbunden sind, von einem einzigen Bediener über eine zentrale Konsole gesteuert werden. Integrierte OP-Systeme werden mitunter als funktionale Erweiterung eines Operationssaals installiert, um die Steuerung mehrerer Geräte über eine einzige Konsole zu integrieren und dem Bediener einen zentraleren Zugriff auf die Gerätesteuerung zu ermöglichen.

Was ist ein digitaler Operationssaal?

Früher wurden Patientenscans auf einem Leuchtkasten an der Wand dargestellt. Ein digitaler OP-Saal ermöglicht die Integration von Software, Bildern und Videoaufnahmen aus dem Operationssaal. Alle Daten werden auf einem einzigen Gerät zusammengeführt und angezeigt. Dies geht über die einfache Steuerung von Geräten und Software hinaus und ermöglicht die Anreicherung medizinischer Daten direkt im OP-Saal.

Ein digitaler OP-Saal fungiert daher als zentrale Drehscheibe für klinische Bilddaten innerhalb des OP-Bereichs.OperationssaalDie Daten werden erfasst, gesammelt und an das IT-System des Krankenhauses weitergeleitet, wo sie zentral gespeichert werden. Der Chirurg kann die Daten im OP-Saal über festgelegte Displays gemäß seiner gewünschten Konfiguration steuern und hat zudem die Möglichkeit, Bilder von verschiedenen Geräten anzuzeigen.


Veröffentlichungsdatum: 30. Dezember 2022